Transitorische ischämische Attacke/ TIA

7.1 Definition
Bei der transitorischen ischämischen Attacke (TIA) – umgangssprachlich Mini-Schlaganfall genannt handelt es sich um eine plötzlich auftretende Durchblutungsstörung des Gehirns, die zu neurologische Störungen führt, die sich innerhalb von 24 Stunden zurückbilden und somit die einzige Unterscheidung zum Apoplex (Schlaganfall) darstellt. Das verdeutlicht, dass es sich bei einer TIA um einen Notfall handelt, der schnellstens behandelt werden muss.
Ursächlich für einen Schlaganfall und somit auch gleichzeitig für eine TIA sind verschiedene Erkrankungen, die Auswirkungen auf die Blutversorgung des Gehirns haben.
Eine Möglichkeit der Klassifizierung der Ursachen ist:

  • Hirninfarkte – Verschluss einer Arterie im Gehirn
    Intrazerebrale Blutung (ICB) – Hirnblutung
    • Subarachnoidalblutung (SAB) – Blutung zwischen den Hirnhäuten
    • Hirnvenenthrombosen – Bildung von Blutpfropfen in den Venen des Gehirns

7.2 Ätiologie
Biographische Ursachen

  • Genetische Belastung durch Eltern, Großeltern
    • Lebensalter – höheres Alter (> 60 Jahre)

Verhaltensbedingte Ursachen

 Ernährung
o Fehlernährung:
 zu viel gesättigte Fettsäuren
 zu viel Mono- und Disaccharide
 ballaststoffarme Ernährung
 zu wenig Mikronährstoffe (vor allem Antioxidantien)
 Genussmittelkonsum
o Alkohol – (Frau: > 20 g/Tag; Mann: > 30 g/Tag)
o Tabak (Rauchen)

 Drogenkonsum

o Amphetamine (indirektes Sympathomimetikum)
o Heroin
o Kokain

 Körperliche Aktivität
o Körperliche Inaktivität

 Psycho-soziale Situation
o Chronischer Stress (Dauerstress)
o Feindseligkeit

 Übergewicht (BMI ≥ 25; Adipositas)
7.3 Symptome – Beschwerden
Folgende Symptome und Beschwerden können auf eine transitorische ischämische Attacke (TIA)
hinweisen:

 Schwindel
 Diplopie (Doppeltsehen, Doppelbilder)
 Dysarthrie (Sprechstörung)
 Dysphagie (Schluckstörung)
 Gleichgewichtsstörungen
 Sensible Ausfälle bzw. Sensibilitätsstörungen
 Amaurosis fugax – plötzliche und vorübergehende Erblindung
 Aphasie (Sprachstörung) – z. B. Wortfindungsstörungen
 Paresen (Lähmungen)
 Hemianopsie (Gesichtsfeldausfall)
 Plötzliche Bewusstseinstrübung
 Übelkeit/Erbrechen
 Verwirrtheit
 Cephalgie (Kopfschmerzen) [s.u.TIA-Kopfschmerzen]

Die oben genannten Symptome bilden sich innerhalb von 24 Stunden zurück. Jedoch bleibt danach die Gefahr, einen Apoplex (Schlaganfall) zu erleiden. Beachte

 Kurze, weniger als 5 Minuten dauernde Paresen (Lähmungen) bzw. Sprachstörungen oder
nicht motorische Symptome jeglicher Dauer gingen in 13,5 % der Fälle in der
Magnetresonanztomographie (MRT) mit den Zeichen eines ischämischen Hirninfarkts
einher

7.4 Diagnostik
Aufgrund der kurzen Symptomperiode ist es schwer, eine akute TIA zu diagnostizieren.
Der Schwerpunkt liegt auf der Anamnese und der körperlichen Untersuchung. MRT mit Diffusionsgewichtung: (DIE BESTE TECHNISCHE METHODE) Um TIA zu bestätigen und Schlaganfall auszuschließen. Lumbalpunktion: um die subarachnoidblutung oder Meningitis auszuschließen.
Die diagnostischen Maßnahmen sind gleiche wie Schlaganfall.
Bei dem Patienten sind trotz Beschwerdefreiheit folgende diagnostische Maßnahmen erforderlich:

1- Duplexsonographie der hirnversorgenden Arterien: zum Ausschluss und Nachweis von Stenose, Plaques oder Thromben.
2- CT des Schädels: zum Ausschluss einer intrazerebralen Blutung oder eines Hirntumors.
3- transösophageal Echokardiographie: Zwecks Suche nach Thromben im Linken Vorhof.

7.5 Differentialdiagnosen
1- Migräne
2- Gehirntumor
3- Meningitis
4- Schlaganfall (Apoplex)
5- Subarachnoidalblutung

7.6 Therapie
Therapieempfehlungen

 Patienten mit TIA-Symptomatik in den vergangenen 48 Stunden wird ein Aufenthalt in einer Stroke Unit empfohlen [S2e-Leitlinie]

o Symptombeginn vor 2-14 Tage → Abklärung auf einer Stroke Unit, falls Risikofaktoren wie Vorhofflimmern, bekannte Stenosen von Hirngefäßen, andere kardiovaskuläre Erkrankungen oder andere schwere Komorbiditäten vorliegen
 Einleitung der Sekundärprophylaxe mit Acetylsalicylsäure (75-81 mg/d) und Clopidogrel (initial 300 mg; 75 mg/d) sollte mindestens 24 Stunden nach dem Einsetzen der ersten Schlaganfallsymptome erfolgen und über 10-21 Tage andauern (s. u. "Praxisempfehlung für eine duale Plättchenhemmung").

o Bei Patienten mit Vorhofflimmern (VHF) kann nach einer TIA die orale Antikoagulation sofort erfolgen [EHRA-Leitlinie].

 Siehe auch Wirkstoffe zur antihypertensiven Therapie beim akuten ischämischen Insult
 Sekundärprophylaxe

*S. u. Apoplex (Schlaganfall)/medikamentöse Therapie
Sekundärprävention

 Eine Re-Analyse früherer randomisierter klinischer Studien im Lancet zeigte, dass die frühzeitige Einleitung einer Therapie mit Acetylsalicylsäure (ASS) bei Patienten mit transitorischer ischämischer Attacke (TIA) oder Apoplex die effektivste Maßnahme einer Sekundärprävention sein könnte. Hier zu den Ergebnissen einer Studie, die dieses bestätigt:

o 2 von 6.691 Patienten (0,03 Prozent), die sofort nach der TIA mit ASS behandelt wurden, erlitten in den nächsten beiden Wochen einen erneuten schweren Schlaganfall; Kontrollgruppe: 23 von 5.726 Patienten (0,4 Prozent)

o frühzeitige Einleitung einer Therapie mit Acetylsalicylsäure (ASS) nach Apoplex, d. h. innerhalb der ersten sechs Wochen, erlitten 84 von 8.452 (0,9 Prozent) der Patienten, die ASS erhalten hatten, einen weiteren ischämischen Apoplex. Vergleichs-gruppe ohne ASS: 175 von 7.326 Patienten (2,3 Prozent)

7.7 Anamnese
Die Anamnese (Krankengeschichte) stellt einen wichtigen Baustein in der Diagnostik der transitorischen ischämischen Attacke (TIA) dar.
Motorik

  • (Haben Sie Schwäche in Ihrem Arm oder in Ihren Beinen bemerkt?
    • / Haben Sie Schwierigkeiten, leichte Gegenstände zu heben?)
    • Könnten Sie mir bitte sagen, In welchen Bereichen genau die Lähmung aufgetreten ist?
    • Seit wann tritt die Lähmung auf?
    • Hat die Lähmung plötzlich oder langsam begonnen?
    • Wie lange hat die Lähmung gedauert?
    • Hat sich die Lähmung im Lauf der Zeit verbessert?
    • Hatten Sie diese Beschwerde früher? Waren Sie deswegen beim anderen Arzt?
    • Haben Sie bemerkt, dass Ihr Mundwinkel hing?
    • Haben Sie bemerkt, dass Sie Ihr Lid nicht mehr schließen können

Sensibilität
• Fühlen Sie Irgendwo ein Kribbeln /Ameisen-Laufen?
• Sind Ihnen Kribbeln, Missempfindung oder Taubheitsgefühl aufgefallen?
• Haben Sie Missempfindung in den Fingern/Zehen?

Bewusstsein
• Haben Sie das Bewusstsein verloren? / Sind Sie ohnmächtig geworden?
• Können Sie sich an alles erinnern?
• Sind Ihnen den Krampfanfällen bekannt?

Kleinhirnsymptomatik
• Ist Ihnen schwindelig?
• Ist Ihnen Übel?
• Haben Sie Gleichgewichtsstörungen?

Kopfschmerzen
• Haben Sie Kopfschmerzen?

Gangbild
• Haben Sie ein Zittern bemerkt?
• Haben Sie Schwierigkeiten beim Beginn von Bewegungsabläufen?
• Haben Sie Änderungen in Ihrem Gangbild oder Gangunsicherheit bemerkt?

Sehen
• Können Sie gut in der Ferne/Nähe sehen?
• Sehen Sie doppelt, unscharf, verschwommen, oder wie durch einen dichten Nebel?
• Tun Ihnen Ihre Augen bei der Augenbewegung weh?
• Fühlen Sie sich, dass Sie die Bewegung der Augenäpfel nicht mehr richtig kontrollieren

können?
• Fühlen Sie sich, dass Ihre Augen zittern?
• Haben Sie Schwierigkeiten beim Lesen oder Fernsehen?

Sprache
• Hat sich Ihre Aussprache verändert?
• Haben Sie Schwierigkeiten zu sprechen?
• Können Sie andere gut verstehen?

Familienanamnese

 Gibt es in Ihrer Familie häufig Herzkreislauferkrankungen, neurologische Krankheiten?
Soziale Anamnese

 Gibt es Hinweise auf psychosoziale Belastungen oder Belastungen auf Grund Ihrer
familiären Situation?

Aktuelle Anamnese/Systemanamnese (somatische und psychische Beschwerden)

 Lag eine Bewusstlosigkeit vor? (Fremdanamnese)
 Haben Sie Symptome wie Lähmungen, Sensibilitätsausfälle, Schwindel, Sehstörungen oder Sprachstörungen bemerkt?
 Haben Sie Beschwerden wie Übelkeit und Erbrechen?
 Haben Sie ggf. weitere Beschwerden wie

o Schwindel
o Augenzittern mit langsamer Bewegung in der einen und schneller nachfolgender Bewegung in der entgegengesetzten Richtung
o Gangunsicherheit

 Wenn ja, wie lange bestehen diese Symptome schon?
 Sind diese Symptome früher schon einmal aufgetreten?

Vegetative Anamnese inkl. Ernährungsanamnese

 Sind Sie übergewichtig? Geben Sie uns bitte Ihr Körpergewicht (in kg) und Ihre
Körpergröße (in cm) an.
 Ernähren Sie sich ausgewogen?
 Bewegen Sie sich täglich ausreichend?
 Rauchen Sie? Wenn ja, wie viele Zigaretten, Zigarren oder Pfeifen pro Tag?
 Trinken Sie Alkohol? Wenn ja, welches Getränk bzw. welche Getränke und wie viele Gläser pro Tag?
 Nehmen Sie Drogen? Wenn ja, welche Drogen (Amphetamine, Heroin, Kokain) und wie häufig pro Tag bzw. pro Woche?
Eigenanamnese inkl. Medikamentenanamnese

 Vorerkrankungen (Herzkreislauferkrankungen, Herzrhythmusstörungen-Vorhofflimmern, Diabetes mellitus, Fettstoffwechselstörungen)
 Operationen
 Allergien

Medikamentenanamnese

 Nicht-steroidale Antirheumatika (NSAR: Ibuprofen, Diclofenac, Lumiracoxib, Etoricoxib)
 Orale Kontrazeptiva (Antibabypille)

7.8 Der Fall TIA
Herr X. X., ist ein 52-jähriger Pat., Übergewicht und Badmeister von Beruf, der sich heute bei uns wegen akuter auftretender Bewegungseinschränkung in der rechten Hand vorstellte. Der Patient gab an, dass er im Schwimmbad war, wenn er plötzlich die Trillerpfeife nicht mehr halten könnte. Schmerzen ihn aufgeweckt hatte. Er sei mit seinem Kollegen ins Krankenhaus mit Rettungsdienst gekommen. Sein Kollege berichtete über eine Dysphasie und eine Hemiparese im Fazial Bereich. Diese Symptomatik haben nur 15 Minuten gedauert. Jetzt unser Pat. sei ohne Beschwerden. Eine Synkope, Vertigo, Seh- und Hörstörungen wurden verneint. Diarrhö wurden verneint.
VE: Arterielle Hypertonie, Hyperlipidemie, Pyrosis
VOps: habe ich nicht danach gefragt.
Fam. Anamnese: Vater sei wegen eines Magenkrazinoms gestorben. Mutter leide an DM Typ II mit neurologischen Komplikationen (in den Füßen) und lebe in einem Pflegeheim.

Sein Bruder leide an einem Apoplex und sei mit Medikamenten und Physiotherapie behandelt.
Veg. Anamnese: Er esse gern und habe ein paar Kilo zugenommen (nicht bekannt) Stuhlgang:
normal

Waser lassen: unauffällig
Schlaf: normal
Psyche: er sei traurig wegen der Trennung von seiner Ehefrau seit 11 Monaten und lebe allein.
Medikamente: eine aht Medikamente (nicht bekannt), eine gegen Hypercholestrinämie(auch nicht
bekannt), Pantoprazol gegen pyrosis
Noxen: der Rauchenkonsum wurde verneint.
Alkohol: 2-3 Flaschen Bier jede W.E bei Fußballspielanschauen oder mit Grillen
Noxen: in der Jugend hat er gekeift.
Allergie: Wespenstich (reagiere mit Pruritus und Exanthem) Sonnencreme
Er habe Angst, dass er wie sein Bruder kommen wurde. Am Ende hat er gefragt, ob er im K.h bleiben sollte.
Arzt-Arzt Gespräch: Vorstellung mit angenehmen Fragen. Was bedeutet TIA? Warum haben Sie das als V.D gedacht? Was sollen wir machen? Stationär aufgenommen, Blutabnahme, körperliche Untersuchung, Duplex Sonographie der Carotidarterie und V.a. eine CT-Schädel um eine Blutung, Blutgerinnsel oder Aneurysma auszuschließen
Ich habe keine Ahnung was für D.D aber die Prüferin war hilfreich. Welche Werte schauen wir bei unserem Pat. (Cholesterin und Lipid Spiegel)
Was schauen wir als Blutwerte im Rettungsdienst? (ich habe keine Ahnung aber sie sagt das ist Zucker)
Welche Risikofaktoren hat der Pat. Übergewicht, aHT, Hyperlipidemie, kein Sport)

 

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