Herpes Zoster
14.1 Definition und Ätiopathogenese
• endogene Reaktivierung neurotroper Varizella-Zoster-Viren (Zweitmanifestation) wegen einer
Immundefizienz
– es gab eine Erstinfektion (Varizellen / Windpocken) und die Erreger bleiben das ganze Leben in den Neuronen und Gliazellen der Spinalganglien
• Schmierinfektion durch Bläschenflüssigkeit möglich → Windpocken; Herpes Zoster ist per se als Krankheit nicht übertragbar
14.2 Klinik
• Prodromi: Müdigkeit, Cephalgie, manchmal auch Fieber, Muskelschmerzen: bis zu einer Woche vorher
• dann dumpfe, ziehende Schmerzen und Parästhesien entlang von 1 bzw. 2–3 Dermatomen → Hauteffloreszenzen = Gruppen von Bläschen mit klarer Flüssigkeit, die segmental auf einer erythematösen Haut angeordnet sind → sie konfluieren, die Flüssigkeit wird trübe → sie brechen auf → es bilden sich Krusten (gelb-bräunlich)
• falls es Überinfektionen oder Nekrosen gibt (Zoster gangraenosus) → zusammenziehende Narben, Hyper- oder Hypopigmentierung
• meistens sind Thoraxsegmente betroffen, aber auch zervikale und trigeminale Areale
• spezielle Formen (stationäre Behandlung):
– Zoster ophthalmicus (Visusminderung möglich; Hutchinson-Zeichen: Hautläsionen auf der Nasenspitze können es andeuten)
– Zoster oticus (Hör- und Gleichgewichtsstörungen möglich)
– Zoster genitalis
– Zoster generalisatus (disseminatus wenn Virämie ↑)
14.3 Komplikationen
• oostzosterische Neuralgien
• Fazialisparese
• Zoster gangraenosus
• Zostermeningitis, -myelitis (u. a.)
14.4 Therapie
• lokal: austrocknende, antiseptische, krustenlösende Präparate
• antiviral: Aciclovir i. v. oder p. o., Valaciclovir p. o., Famiciclovir p. o., Brivudin p. o.
• Analgetika + bei postzosterischen Neuralgien trizyklische Antidepressiva
• Impfung: Immundefizit, Senioren
14.5 Anamnese
S:
- Wo sind die Hautveränderungen? Im Gesicht oder am Stamm?
- Ist diese Rötung ein oder beidseitig?
O:
1) Wann haben Sie diese Veränderungen bemerkt?
2) Wie haben sie diese Veränderung bemerkt?
3) Seit wann bestehen die Schmerzen?
C:
1) Ist die Rötung schmerzhaft oder schmerzlos?
2) Wie lassen sich die Schmerzen charakterisieren? 3) Wie sieht die Rötung aus? Wie Gürtel?
4) Ist es mit Pusteln oder Bläschen begleitet?
R: Ist die Rötung von Ausgangsort an einen anderen Ort gewandert?
A:
1) Haben Sie Fieber?
2) Haben Sie Nachtschweiß?
3) Hat sich Ihr Gewicht in letzter Zeit merklich verändert?
4) Hat sich Ihr Appetit in letzter Zeit merklich verändert?
5) Haben Sie eine Lymphknotengrößerung bemerkt?
6) Haben Sie Rückenschmerzen?
7) Haben Sie Kopf oder Gliederschmerzen?
8) Haben Sie Lähmungserscheinungen im Gesicht bemerkt?
9) Haben Sie Sensibilitätsstörung in der betroffenen Seite bemerkt?
10) Leiden Sie unter Müdigkeit?
11) Haben Sie in letzter Zeit Infektionen durchgemacht?
12) Haben Sie mit erkrankten Menschen in letzter Zeit kontaktiert? Die ähnlichen Symptome haben?
- Dann die Beschreibung von Schmerzen.
T:
- Wie hat sich Ihre Symptome im Verlauf verändert? Haben sie verbessert oder verschlechtert?
Vorerkrankungen:
Wurden Sie früher mit Windpocken angesteckt?
14.6 Der Fall
Die Pat.- eine Frau, 53 Jahre alt, Erzieherin, Witwe, lebe mit ihrer Mutter (nach Apoplex-
schlaganfall und habe Hemiplegie).
AA:
Beschwerden: seit 3-4 Tagen habe die Patientin progrediente brennende im Skapularbereich re. platzierte Schmerzen.
Dazu: Erythema (Rötung der Haut), Papeln (Knötchen), Allodynie (gesteigerte
Schmerzempfindlichkeit), Parästhesien, reduzierter Allgemeinzustand, Pyrexie, Stress, Insomnia.
Borreliose und Herpes Zoster
Herr/ Frau ist ein/e ‐‐‐‐‐‐‐ jährige/jähriger Patient/in, der/die sich bei uns wegen schmerzhaften / Schmerzlosen, ringförmigen/ gürtelförmigen Erythem/ Exanthem in ....................... vorgestellt hat. Er habe diese Beschwerden seit ...........
Dem Patienten/ Der Patientin zufolge sei das Erythem/ das Exanthem vom .............. an ............... gewandert.
Zudem gibt er an, dass die Läsion/Erythem von hinten nach vorne gewandert sei. Er berichtet, dass er Pusteln im Erythem bemerkt habe.
Zusätzlich sagt sie,dass Erythem/ Exanthem mit Pusteln begleitet sei.
Sie/Er sei aus Ihrem/seinem Urlaub aus Süddeutschland zurückgekommen, seitdem habe sie dieses Erythem bemerkt. Oder (Vor 3 Tagen sei er im Süddeutschland gewesen, Seitdem habe er das Erythem
bemerkt.)
Er sagte, das Erythem sei mit zentraler Aufhellung charakterisiert und im Laufe der Zeit ausdehnt.
Sie Erklärt, dass sie Pruritus in der betroffenen Seite bemerkt habe.
VE:
- aHT,
- Depression,
- Varizellen +++++ (= Windpocken)
Noxen:
- 1 Schachtel pro Tag seit 20 Jahren +
- Apfelwein 1 Flasche pro Tag.
Pat-Arzt:
Frau Dok, welche Krankheit habe ich?
Warum? ist das sehr schlecht?
Arzt-Arzt:
Therapie,
- lokal: austrocknende, antiseptische, krustenlösende Präparate • antiviral: Aciclovir i. v. oder p. o. Valaciclovir p. o., Famiciclovir p. o., Brivudin p. o.
• Analgetika + bei postzosterischen Neuralgien trizyklische Antidepressiva
• Impfung: Immundefizit, Senioren
Warum hat sie Herpes Zoster?
Varizellen in der Vergangenheit
Was sind die Gründe dafür?
Immunschwäche +
fakultatives paraneoplastisches Syndrom
Warum hat sie Immunschwäche?
- Mutterpflege,
- Arbeitsstress,
- Tod ihres Mannes aufgrund Myokardinfarkts
Differenzialdiagnose?
- Erysipel
- Kontaktdermatitis
- Büllose Dermatose (Pemphigoid / Pemphigus)
Dosierung von Aciclovir? 800 mg 5-mal pro Tag, 7 Tage
Schmerztherapie?
Ibuprofen-> Paracetamol -> Tramadol -> Morphin
Therapie:
- Lokalen Antiseptischen Topische Applikation: Synthetische Gerbstoffe
• Analgetika: Ibuprofen / paracetamol / Tramadol / Morphin
• Aciclovir
Aber Pat-Arzt und Arzt-Arzt Gespräche - das sind die entscheidenden Teile.
Zoster-Impfung: gegen Varizellen oder Herpes geimpfte Personen haben ein geringeres Risiko,
einen Herpes Zoster zu entwickeln; eine Erkrankung ist allerdings auch trotz Impfung möglich.
Varizellen-Leben Impfstoff (11 und 15 Monaten alt)
Zoster-Totimpfstoff für Personen +60 JA oder +50 JA mit schwerer Grunderkrankung
Komplikation:
Post-zoster-neuralgie
Bakterielle Superinfektion
Zoster-Meningoenzephalitis
14.7 Der Fall in Munster
Frau Gieger ist eine 65-jährige Pt, die sich wegen seit 3 Wochen bestehenden zunehmenden Abgeschlagenheit und Lumbalgie vorstellt.
Die Pt berichtet, dass die Beschwerden langsam aufgetreten und mit Lauf der Zeit schlimmer geworden seien.
Darüber hinaus gibt sie an, dass die Schmerzen auf einer Skala 7/10 seien.
Des Weiteren klagt die Pt über schmerzhaft Hautausschlag = Exanthem im rechten Schulter Bereich.
Zusätzlich sagt sie, dass der Hautausschlag wie ein Gürtel aussieht und mit Pusteln begleitet sein. Die Frage nach Ausstrahlen, Fieber, Nachtschweiß, Gewichtverlost und vergrößert L.K wurden verneint.
VA:
Die Vegetativanamnese war unauffällig.
VE:
Die wichtige Vorerkrankung der Pt seien:
Art. Hypertonie seit 15 Jahren sei bekannt.
Ekzem (Juckflechte) im linken Ohr seit 2 Jahren sei bekannt.
Sie sei wegen Mammakarzinom operiert und auch bei Strahlentherapie behandelt wurden.
Z.n. Cholesestektomie vor 20J
Medikament:
Die Pt nimmt regelmäßig die Folgenden Medikamente ein:
Valsartan (ich erinnere mich nicht wie viel Dose) 1.0.0
Cream gegen Ekzem B.b
Pflanzen Medikamente gegen Müdigkeit.
Allergie:
Allergie gegen Grass?? Und Melone seien bekannt.
Sie Könnte die Schmerzmittel (Ibuprofen) nicht vertragen
FA:
In der Familien Anamnese fanden sich beim Vater Dekubitus (sie sagte mein Vater sehr alt 93J
und er Haut und Knochen und er habe Geschwür)
Ihre Mutter an Mesenterica Infarkt gestorben (Sie sagte Infarkt im Bauch)
Bruder an Autounfall gestorben.
Noxen:
Die Pt sei X Raucher seit 20J und davor raucht 10 zig/Tag.
Sie Trink 2-3 Glass Wein/Woche und nimmt keine Drogen ein.
SA:
Sie sei Verheiratet, habe 2 gesund Erwachsen und sie sei Rentnerin.