Lungenkrebs (Bronchialkarzinom)

2.1 Definition

Beim Bronchialkarzinom (BCA) – umgangssprachlich Lungenkrebs genannt – (Synonyme: Bronchial carcinoma; Bronchialcarcinom; Bronchogenes Karzinom; Lungenkarzinom; ICD-10-GM C34.-: Bösartige Neubildung der Bronchien und der Lunge) handelt es sich um eine bösartige Tumorerkrankung der Lunge.

Der Altersgipfel liegt zwischen dem fünften und siebten Lebensjahrzehnt. Das Risiko, ein Bronchialkarzinom zu bekommen, ist bei Rauchern signifikant erhöht. Man schätzt, dass über 90-95% der Bronchialkarzinome auf das Rauchen zurückzuführen sind.

 

2.2 Unterteilung

Man unterscheidet:

 kleinzelliges Bronchialkarzinom (rund 15 % der Fälle, SCLC = small cell lung cancer)

 nicht-kleinzelliges Bronchialkarzinom (rund 85 % der Fälle, NSCLC = non small cell lung cancer)

 Plattenepithelkarzinom (ca. 40 %)

 Adenocarcinoma (ca. 35 %)

 Großzelliges Karzinom (ca. 10 %)

 

2.3 Symptome

 Folgende Symptome und Beschwerden können auf ein Bronchialkarzinom hinweisen:

 Änderung der Hustenqualität (> 60 %): Reizhusten

 Abgeschlagenheit, Leistungsknick (> 50 %)

 Gewichtsabnahme (ca. 45 %)

 Dyspnoe (Atemnot) (ca. 35 %)

 Giemen – pfeifende Atemgeräusche

 Sputum (Auswurf) / Hämoptyse (Bluthusten) ca. 30 %)

 Fieber (ca. 20 %)

 Nachtschweiß (nächtliches Schwitzen)

 Pneumonie (Lungenentzündung; ca. 20 %)

 Thoraxschmerz (Brustwandschmerzen/Brustschmerzen; ca. 15 %)

 Krampfanfälle, zerebrale Anfälle (ca. 15 %)

 Trommelschlegelfinger (ca. 7 %)

 Bei fortgeschrittenem Bronchialkarzinom/Tumorwachstum evtl.:

o Heiserkeit (Dysphonie; ca. 10 %; wg. Komprimierung und Infiltration des N. laryngeus recurrens),

o ipsilateraler ("auf der gleichen Seite") Zwerchfellhochstand bei Phrenikus-Affektion

o Dysphagie (Schluckstörung)

o Hypotonie (niedriger Blutdruck) bei Perikarderguss (Herzbeutelerguss)

o Schulter-Arm-Syndrom (ca. 7 %)

o obere Einflussstauung (OES) bei Stenosierung ("Verengung") der V. Cava inferior (ca. 5 %)

o Knochenschmerzen bei Skelettmetastasen (Tochtergeschwülste im Skelettsystem)

o neurologische Symptome bei Hirnmetastasen

 

2.4 Anamnese

Die Anamnese (Krankengeschichte) stellt einen wichtigen Baustein in der Diagnostik des Bronchialkarzinoms (Lungenkrebs) dar.

 

Husten und Auswurf:

 Haben Sie Husten?

 Seit wann haben Sie Husten?

 Hat der Husten Plötzlich oder langsam begonnen?

 Könnten Sie mir bitte den Husten genauer beschreiben? Ist er trocken, oder haben Sie auch

Auswurf bemerkt?

 Was ist die Farbe des Auswurfes? gelblich, grünlich, transparent?

 Was ist die Konsistenz des Auswurfes? dünn\ dickflüssig, oder eitrig?

 Haben Sie Blut im Auswurf bemerkt?

 Wann tritt der Husten auf, tagsüber oder in der Nacht?

 Wann tritt der Husten auf, bei Belastung oder in Ruhe?

 Hat sich der Husten in Intensität verändert?

 Haben Sie Hustensaft eingenommen? Hat das Ihnen geholfen

 Leiden Sie unter Hustenattacken?

 Haben Sie Fieber oder Schüttelfrost?

 Haben Sie brustschmerzen/Kopfschmerzen/Ohren?

 Haben Sie Atembeschwerden?

 Reagieren Sie allergisch auf Tierhaare, Pollen oder etwas anders?

 Sind bei Ihnen geschwollene Beine, Brustschmerzen gefallen?

 Haben Sie noch weitere Beschwerden?

 Haben Sie die gleichen Beschwerden früher gehabt?

 

Fieber mit produktivem Husten

S: -

O: - Seit wann haben Sie die Beschwerden?

C: (für den Husten und Auswurf)

 Könnten Sie bitte mir den Husten genauer beschreiben? Ist er trocken, oder haben Sie auch Auswurf bemerkt?

 Was ist die Farbe des Auswurfes? Blutig, gelblich, grünlich, transparent?

 Was ist die Konsistenz des Auswurfes? dünn\ dickflüssig, oder eitrig?

 Haben Sie Blut im Auswurf bemerkt?

 

Lungenkrebs (kann Pneumonie auslösen)

 Hat sich Ihr Gewicht in letzter Zeit merklich verändert?

 Passt Ihnen alten Kleider noch? Oder sind Sie inzwischen so groß oder so klein?

 Hat sich Ihr Appetit in letzter Zeit merklich verändert?

 Sind Sie heiser?

T:

 Tritt der Husten zur bestimmten Tageszeit? Nachts, morgens oder Tagsüber?

 Wie hat sich Ihr Beschwerden im Verlauf verändert? Haben Sie sich verbessert oder verschlechtert?

E:

 Gibt es bestimmte Auslöser für die Beschwerden?

 Gibt es etwas, dass der Husten lindert oder verstärkt?

 

Familienanamnese

 Gibt es in Ihrer Familie häufig Tumorerkrankungen?

 

Soziale Anamnese

 Welchen Beruf üben Sie aus?

 

Aktuelle Anamnese/Systemanamnese (somatische und psychische Beschwerden)

 Haben Sie Symptome wie Reizhusten, Fieber oder Atemnot bemerkt?

 Haben Sie schon einmal Blut gehustet?

 Fühlen Sie sich schlapp?

 Haben Sie Nachtschweiß?

 Haben Sie Brustschmerzen?

 Haben Sie Atemnot?

 Haben Sie Gewichtsverlust?

 Sind Ihnen Heiserkeit oder Schluckbeschwerden aufgefallen?

 Haben Sie einen Leistungsknick festgestellt?

 

Vegetative Anamnese inkl. Ernährungsanamnese

 Haben Sie ungewollt an Körpergewicht verloren?

 Ernähren Sie sich ausgewogen?

 Rauchen Sie? Wenn ja, wie viele Zigaretten, Zigarren oder Pfeifen pro Tag?

 Sind Sie Passivraucher?

 Trinken Sie Alkohol? Wenn ja, welches Getränk bzw. welche Getränke und wie viele Gläser pro Tag?

 

Eigenanamnese inkl. Medikamentenanamnese

 Vorerkrankungen (Tumorerkrankungen, chronisch-obstruktive Lungenerkrankung)

 Operationen

 Allergien

 

Medikamentenanamnese

 ACE-Hemmer – Angiotensin-konvertierende Enzym metabolisiert neben Angiotensin I auch Bradykinin, einen aktiven Vasodilatator; Bronchialkarzinome exprimieren Bradykininrezeptoren; Bradykinin kann die Freisetzung von vaskulären endothelialen Wachstumsfaktoren stimulieren (= Förderung der Angiogenese und damit des Tumorwachstums). Bei Patienten, die ACE-Hemmer erhalten hatten, betrug die Inzidenz 1,6 pro 1.000 Personenjahre gegenüber 1,2 pro 1.000 Personenjahre bei den anderen Hochdruckpatienten; die ACE-Hemmer Therapie erhöhte das Risiko relativ um 14 %.

 ACE-Hemmer und Lungenkrebs: Kausalzusammenhang nach Bewertung durch die Europäische Arzneimittel-Agentur nicht belegt.

 Sartane (Angiotensin-Rezeptorblocker): signifikante Korrelation zwischen dem Grad der kumulativen Exposition gegenüber Sartanen und dem Risiko für Bronchialkarzinome (slope = 0,16; 95%-Kl: 0,05–0,27], p = 0,003)

 Selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (selective serotonin reuptake inhibitors, SSRI)?

 Trizyklische Antidepressiva (tricyclic anti-depressants, TCA)?

 

2.5 Diagnostik

1- Lokalisation und Staging des Primärtumors

 Röntgenthorax: Damit wir sehen, ob es etwas Auffälliges gibt oder nicht wie: Lymphknoten vergrößung im Hilum dann nehmen wir dem Patienten einen

 CT des Thorax (mit Kontrastmittel) und des Abdomens zur Bestimmung der Tumorausdehnung und Suche nach Metastasen

 Bronchoskopie mit Bronchiallavage und Biopsie (zur pathologischen Untersuchung des gewonnenen Gewebes), alternativ Ultraschall- oder CT-gesteuerte transthorakale Punktion

 Mediastinoskopie, VATS ggf. Thorakotomie

 Blutbild, Leberwerte, Elektrolyte etc.

 Lungenfunktionstests, Blutgasanalyse und Echokardiografie

 Tumormarker zur Verlaufskontrolle und Nachsorge (nicht Früherkennung): NSE

(kleinzelliges Bronchial-CA (SCLC) & CEA (Adenokarzinom)

 

2- Ausschluss von Metastasen

 Sonographie des Abdomens

 MRT oder CT des Schädels (CMRT oder CCT)

 Lungenszintigraphie und Skelettszintigraphie bzw. PET-CT

 

3- weitere Tumordiagnostik

 zytologische Untersuchung des Sputums (Nachweis von Tumorzellen)

 histologische Untersuchung von Gewebeproben (aus Bronchoskopie mit Biopsie)

 

2.6 Differentialdiagnosen

 Lungentuberkulose

 Lungenembolie

 Pneumonie

 Pneumothorax.

COPD

 Sarkoidose

 Amyloidose

 

2.7 Therapie

Das Bronchialkarzinom kann durch Operation, Chemotherapie und Radiotherapie bzw.

Radiochirurgie ("Cyber-Knife") behandelt werden.

1- Kurative Therapie: Beim lokalisierten Tumor nehmen wir dem Patienten eine Operation vor, um der Tumor zu entfernen.

2- Palliative Therapie: Bei Metastasen, geben wir dem Patienten Radio-Chemotherapie.

 

2.8 Der Fall

Frau Maria Kaiser ist 54-jährige Patientin. 65 kg, 170cm 23/9/1968

Akut Anamnese:

Frau Kaiser stellte sich heute bei uns wegen seit 3 Monaten starkes trocknes Husten mit Luftnot nach Erkältung vor. 

Die Beschwerden seien in den Schüben nächtlich aufgetreten.

Die körperliche Belastung und Anstrengung wurden die Beschwerden aufgelöst...

Kälte Luft würden die Beschwerden verstärken.

Zudem habe die Patientin gelegentlich gelblichen Auswurf bemerkt.

Sie habe Hustensaft eingenommen, aber das habe ihr nicht geholfen.

Zudem klagte die Patientin über Müdigkeit.

In Bezug der Vegetative Anamnese sie folgende auffällig:

Appetitlosigkeit, Gewichtverlust (8 kg innerhalb 2 Monaten) und Schlafstörungen (wegen der

Beschwerden)

Die Frage nach Fieber, Schüttelfrost wurde verneint.

An Vorerkrankungen nannte frau Kaiser Krampfader in beiden Beinen seit 3 Jahren.

Als Kind seien Appendektomie / Wurmfortsatzentfernung und Tonsillektomie Mandel Entfernung

bei ihr durchgeführt worden. Sie sei geimpft.

Noxen:

Frau Kaiser rauche seit 30 Jahren 30 Zigaretten täglich, und trinke schnaps einmal pro Woche. Sie

sei gegen Nickel und Haarfärbemittel allergisch.

Medikamente:

Sie nehme zurzeit Hustensaft, dass ihr Freund von der Apotheke gekauft habe, und gelegentlich

Schlafmittel.

Die Familienanamnese zeigte sich Herzinfarkt bei Vater, daran er verstorben sei, Alzheimer bei

Mutter und Dawn Syndrom bei Schwester.

Frau Kaiser arbeite zurzeit im Kneip aber sie sei früher Friseurin von Beruf gewesen. Sie sei geschieden, habe zwei Kinder (Zwilling) 1 Enkel und lebe mit seinem Freund zusammen. Die anamnetische Angabe deuten auf Bronchial Karzinom hin. Als Differenzialdiagnose kommen folgende im Betracht:

COPD

 Belastung Asthma Bronchial

 Lungenembolie (Krampfader)

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