Kolonkarzinom

1.1 Definition

  • Das Kolonkarzinom ist eine bösartige Neoplasie des Dickdarmes.
  • Über 90% der Tumoren des Dickdarms sind Adenokarzinome.
  • Der Altershöhepunkt liegt hier bei 65 Jahren.
  • Am häufigsten treten Kolonkarzinome im Bereich des Rektums und des Colon

sigmoideum auf (ca. 70%), in absteigender Häufigkeit sind auch das Colon ascendens und

die restlichen Dickdarmabschnitte betroffen.

 

1.2 Klinik

Symptomatik

1- Gewichtsverlust

2- reduzierter Allgemeinzustand

3- subfebrile Temperaturen

Verdauungsbeschwerden

1- paradoxe Diarrhoen

2- Obstipation

3- Subileus/Ileus

4- peranale Blutungen

5- In gravierenden Fällen kann ein stenosierendes Kolonkarzinom zu einem akuten Abdomen

und damit zu einem Notfall führen.

6- Rektale Blutung bzw. Blut/Schleim im Stuhl

7- Stuhlunregelmäßigkeiten* / Änderung der Stuhlkonsistenz – Wechsel von Obstipation

(Verstopfung) und Diarrhoe (Durchfall; hier wg. bakterieller Zersetzung) = paradoxe

Diarrhoe

8- Meteorismus (Darmkrämpfe)

 

1.3 Diagnostik

  • Digital-rektale Untersuchung? Vollständige Koloskopie mit Biopsie
  • Zur Bestimmung des Tumorstadiums (Staging) und die Therapieplanung sind folgende

Untersuchungen erforderlich:

  • Abdomen-Sonographie zur Suche nach Lebermetastasen. Alternativ CT oder MRT des

Abdomens.

  • Röntgen-Thorax in 2 Ebenen zur Suche nach Lungenmetastasen, alternativ CT des Thorax
  • Labormedizinische Bestimmung der Tumormarker CEA und CA 19-9 zur

Verlaufskontrolle und zur Erkennung von Rezidiven

 

1.4 Therapie

  • Je nach Studium
  • chirurgische Therapie & Chemotherapie & Radiotherapie
  • Palliativtherapie

 1.5 Anamnese

Die Anamnese (Krankengeschichte) stellt einen wichtigen Baustein in der Diagnostik des

Kolonkarzinoms (Darmkrebs) dar.

 Könnten Sie bitte mir sagen, wo die schmerzen genau sind? (wo genau die schmerzen?)

(Sagen Sie oder zeigen Sie mir, wo die Schmerzen Am stärksten sind?)

 Haben Sie die schmerzen langsam oder plötzlich begonnen?

 Sind die Schmerzen dauerhaft da, oder gehen Sie auch wieder weg?

 Könnten Sie bitte die Schmerzen genauer beschreiben, sind die Schmerzen eher dumpf,

stechend, brennend, drückend, pulsierend, kolikartig?

 Strahlen die Schmerzen in andere Körperteile aus?

 Wie haben sich die Schmerzen im Laufe der Zeit verändert?

 Wann treten die Schmerzen auf, Tagsüber oder in der Nacht?

 Wann treten die Schmerzen auf, bei Belastung oder in Ruhe?

 Gibt es bestimmte Auslöser für die Schmerzen?

 Gibt es etwas, dass die Schmerzen lindert oder verstärkt?

 Sind Sie abhängig von äußeren Faktoren wie Ernährung, Stress, Wetter?

 Sind die Schmerzen abhängig von der Atmung?

 Was haben Sie ausprobiert, um die Schmerzen zu lindern?

 Haben Sie Schmerztabletten eingenommen? Hat das Ihnen geholfen?

 Haben Sie Magenschutztabletten eingenommen? Hat das Ihnen geholfen?

 Wie stark sind die Schmerzen auf einer Skala von 1 bis 10, wenn 1 sehr leicht und 10 sehr stark ist?

 Haben Sie nächtliche Schmerzen, von denen Sie wach werden?

 

Assoziierte Symptome

 Treten neben den Bauchschmerzen noch weitere Symptome (z. B. Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Verstopfung, Blähungen, Schluckbeschwerden, Sodbrennen) auf?

 Haben Sie Fieber?

 Ist Ihnen Übel? Haben Sie erbrochen?

 Fühlen Sie sich Müde oder abgeschlagen?

 Haben Sie vermehrte Gelenkschmerzen?

 Haben Sie Hautveränderung (Rotfärbung oder Geschwürbildung) bemerkt?

 Haben Sie Augenerkrankungen wie Entzündungen festgestellt?

 Haben Sie in letzter Zeit häufiger Mundfäule bemerkt?

 Haben Sie Schwierigkeiten und Schmerzen beim Schlucken?

 

Chronische entzündliche Darmerkrankung/ Kolonkarzinom

- Durchfall:

 Hat sich Ihr Stuhlverhalten in letzter Zeit merklich verändert? Müssen Sie häufig auf die Toilette gehen?

 Wie oft pro Tag bzw. Pro Woche müssen Sie auf die Toilette gehen? Wann war das letzte Mal?

 Müssen Sie nachts zum Stuhlgang aufstehen?

 Haben Sie Schmerzen beim Stuhlgang?

 Leiden Sie unter vermehrten Stuhldrang?

 Hat sich die Farbe des Stuhls verändert? (Schwarztee, Schwarz, Weiß oder Blutig)

 Hat sich die Konsistenz des Stuhls verändert? (wässerig, schleimig, Flüssig oder dickflüssig)?

 Fühlen Sie sich nach dem Stuhlgang nicht vollständig entleert?

 

1.5.1 Familienanamnese

Gibt es in Ihrer Familie Tumorerkrankungen, die häufig vorkommen?

 

1.5.2 Soziale Anamnese

 

1.5.3 Aktuelle Anamnese/Systemanamnese (somatische und psychische Beschwerden)

 Sind Ihnen Veränderungen im Stuhl wie Blutauflagerungen aufgefallen?

 Haben sich Ihre Stuhlgewohnheiten verändert?

 Haben Sie vermehrt Darmkrämpfe oder Bauchschmerzen?

 Seit wann bestehen diese Veränderungen?

 

1.5.4 Vegetative Anamnese inkl. Ernährungsanamnese

 Sind sie übergewichtig? Geben Sie uns bitte Ihr Körpergewicht (in kg) und Ihre Körpergröße (in cm) an.

 Haben Sie ungewollt Körpergewicht verloren?

 Hat sich Ihr Appetit verändert?

 Ernähren Sie sich fettreich bzw. ballaststoffarm?

 Bewegen Sie sich jeden Tag ausreichend?

 Rauchen Sie? Wenn ja, wie viele Zigaretten, Zigarren oder Pfeifen pro Tag?

 Trinken Sie Alkohol? Wenn ja, welches Getränk bzw. welche Getränke und wie viele Gläser pro Tag?

 

1.5.5 Eigenanamnese inkl. Medikamentenanamnese

 Vorerkrankungen (Darmerkrankungen wie z. B. Colitis ulcerosa, Morbus Crohn;  Tumorerkrankungen wie z. B. wie zum Beispiel Mammakarzinom (Brustkrebs),

Ovarialkarzinom (Eierstockkrebs) oder Endometriumkarzinom (Gebärmutterkrebs))

 Operationen

 Allergien

 

1.5.6 Medikamentenanamnese

 Antibiotika

 Patienten, die im Kindesalter oft Antibiotika einnehmen mussten, haben als Erwachsene

ein signifikant erhöhtes Darmkrebsrisiko von bis zu 17 % [37].

 Patienten die im Alter zwischen 20 und 39 Jahren über zwei Monate oder länger

Antibiotika erhalten haben, hatten im Alter bei einer Vorsorge-Koloskopie zu 36 % häufiger Kolonpolypen [1].

 

1.5.7 Umweltanamnese

 Nitrat im Trinkwasser (Nitrat wird im Körper zu Nitrit und N-Nitroso-Verbindungen  umgewandelt); Personengruppe, die mit ≥ 16,75 mg/l der höchsten Belastung ausgesetzt

war, hatte im Vergleich zu Personen, die mit < 0,69 mg/l am wenigsten Nitrat über das

Trinkwasser aufgenommen hatten, ein beinahe 20 % höheres Risiko für ein kolorektales

Karzinom (HR 1,16, 95 %-KI 1,08-1,25).

 Fazit: Der Grenzwert von maximal 50 mg Nitrat pro Liter Trinkwasser gemäß der Trinkwasserrichtlinie sollte überdacht werden.

 

1.6 Der Fall

Frederik zu Äusigler

30.05.1958 64 Jahre alt. Gärtnerarbeiter, selbstständiger, Verheiratet, wohne mit seiner Frau 3

Kinder. Sohn 32LJ, leide an Depression. 2 Töchter Zwillinge, gesund

 

1.6.1 Aktuelle Anamnese

Der P. stellte sich bei uns wegen seit gestern postprandial aufgetretener krampfartiger

Abdominalalgie im Regio hypogastrica links. Die Schmerzintensität liege auf 6-8 auf einer Numerische-Rating Skala. Heute habe er keine Schmerzen, er klagte über laute Darmgeräusche, Flatulenz. Der P. fügte hinzu, dass er an Wechsel zwischen Diarrhö und Obstipation seit 5 Jahren leide. Bei ihm wurde vor 5 Jahren Koloskopie durchgeführt, mit Polypektomie(gutartige). Keine Kontrolle sei durchgeführt worden, trotz ärztlicher Empfehlung. Die Fragen nach Fieber, Meläna, Hämatochezie wurden verneint.

 

1.6.2 Vegetative Anamnese

 Insomnie wegen Depression und Stress

 Nachtschweiß

 Gewichtsabnahme 5kg innerhalb 7 Wochen

 

Chronische Erkrankungen

 aHT seit 5Jahren

 DM seit 5 Jahren

 Lumbago seit Langem

 Meningoenzephalitis vor 8 Jahren

 

V-OPs

 Appendektomie als Kind

 Hernie inguinalis vor 20 Jahren (laparoskopische)

 Der Patient sei vollständig geimpft.

 

Allergien

 Amoxicillin mit Exanthem

 

Medikamente

 Ramipril 5mg 0-0-1

 Amlodipin 5mg 1-0-0

 Celebrex 100 mg b.B

 Jardiance 10 mg

 

Noxen

 Er sei aktiver Raucher mit 30 PY (3/4 Schachtel pro Tag seit 16LY)

 Er trinke Alkohol 1/2Liter Apfelwein täglich

 Drogenkonsum wurde verneint.

 

1.6.3 Fam. Anamnese

 Vater sei an Dickdarmkrebs gestorben mit 75LY.

 Mutter lebe noch, leide an Demenz, wohne im Pflegeheim.

 Keine Geschwister.

 

Psyche

 Er leide unter Stress wegen der Arbeit

 

D.D.

Divertikulitis

 Volvulus

 Colitis ulcerosa

 Morbus Crohn

Ich habe auch Appendizitis aus Versehen gesagt (er hatte Appendektomie als Kind), die Kommission habe das auch nicht bemerkt und wir haben das einfach besprochen, dass die Beschwerden dagegensprechen.

 

Diagnostische Maßnahmen

 KÜ (palpieren-Abwehrspannung, Darm Geräusche-Ileus)

 Blutentnahme (BB, CRP, BSG, Gerinnungsparameter, Tumor Markers CEA, 19-9

 Sono-abdomen

 CT-Abdomen

 Koloskopie

Die Fragen von Kommission

 -Detaillierte Fragen über Diff. Diagnose

 -was können wir bei CT beurteilen

 -Risiko Faktoren

 -Mögliche Behandlung

 -was ist Radiotherapie

Der P. hatte Krebsphobie, ich musste Empathie zeigen.

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