Migräne
25.1 Definition
- Die Migräne ist eine in Episoden; anfallsartige auftretende Form der chronischen Kopfschmerzen.
- Frauen sind etwa dreifach häufiger betroffen als Männer.
• Frauen berichten oft über ein Verschwinden der Migräneattacken nach Eintritt der Menopause.
• Migräne hat eine Komorbidität mit Depressionen.
25.2 Ätiologie
• Das ist nicht vollständig geklärt.
• Lebensstil Faktoren scheinen eine Rolle zu spielen.
• Das freigesetzte Serotonin vermittelt die Entstehung der Migräne
• Mögliche Trigger Faktoren:
- Klimaeinflüsse: Kälte, Wetterwechsel
- Lebensmittel: Alkohol, Nikotin, Zitrusfrüchte, Milchprodukte, Schokolade
- Veränderung des Schlaf-Wach-Rhythmus, Zeitverschiebungen
- Nach einer anstrengenden stressigen Zeit (Feiertagsmigräne)
- Bei Frauen kommen zusätzlich Menstruation und Hormoneinnahme (Kontrazeptiva)
25.3 Symptome
- Migräne tritt in Form von Attacken auf. Die Attacken dauert zwischen 4 Stunden und drei Tagen.
- Wenn die Attacke über 3 Tagen dauert, dann wird es als Status migraenosus bezeichnet 165
• Im Ablauf der Migräne unterscheidet man drei Phasen, die nicht bei jedem Anfall ablaufen
1- Prodromalstadium: - (als Warnzeichen)
• eine depressive Verstimmung oder Übererregbarkeit
2- Aura:
• (5-60 Minuten)
• In dieser Phase könnten verschiedene reversible lokale neurologische Ausfälle, die nicht länger als eine Stunde anhalten. z.B Sehnervbeteiligug: Gesichtfeldausfälle, Lichtblitze (Photopsien), Paresen, Sensibiltätstörungen (Parästhesien), Schwindel, Aphasie.
3- Kopfschmerzen:
• Lokalisation: circa 60% einseitig (frontal, retroorbital)
• Dauer: 4-72 Stunden. (länger liegt ein Status migraenosus vor)
• Charakter: pulsierend, pohrend, hämmernd
• Verstärkung durch körperliche Tätigkeiten.
4- Begleitphänomene:
• Kein Fieber (Es ist Sehr Wichtig)
• Visuelle Störung wie Lichtempfindlichkeit (Photophobie)* oder Licht Blitze.
• Lärmempfindlichkeit (Phonophobie) = Geräuschempfindlichkeit
• Schwindelgefühl (Vertigo)
• Übelkeit – Erbrechen
• Schlafstörung wegen Schmerzen
25.4 Diagnostik
1- Anamnese und körperliche Untersuchung: Um die Meningitis auszuschließen. Entscheidend ist die Schmerzanamnese und Allgemeine Untersuchung: zum Ausschluss anderer Ursachen a) Brudzinski-Zeichen b) Kernig-Zeichen
2- Laboruntersuchung: Blut Bild: CRP – BSG – Anzahl der Leukozyten (unauffällig)
3- Lumbalpunktion: Wenn die Ergebnisse der Brudzinski oder Kernig Zeichnen positiv sind: a) Um nach die Entzündungszeichenen im Gehirnwaßer zu suchen. b) Um die Subarachnoidalblutung auszuschließen.
(1) Eiweiß + Laktat Erhöht
(2) Glukose Niedrig
(3) Leukozyten Erhöht
(4) Erythrozyten
4-MRT und CT des Schädels: Um der Gehirntumor und Schlaganfall auszuschließen.
5-EEG: Um die elektrischen Gehirnaktionen beurteilen zu können.
D.D
- 1. Sinusitis (Nasennebenhöhlenentzündung)
• 2. Meningitis
• 3. Apoplex (Schlaganfall)
• 4. Subarachnoidalblutung
• 5. Gehirntumor
• 6. Glaukom
25.5 Therapie
1- Bleiben Sie im dunklen Zimmer – Bettruhe
2- Bei leichten Attacken:
- a) Antemetikum (MCP) (Gegen Übelkeit und Erbrechen)
• b) Paracetamol, Ibuprofen (Gegen Schmerzen) Bei schweren Attacken:
• a) Triptane
• b) Cortison 250 mg I.V. (nur in speziellen Situationen, z.B. bei einem Status migraenosus) Prophylaxe
• ß-blocker, Calciumantagonist Bemerkungen
1. Migräne mit Sehstörungen (Migräne mit Aura) = Klassische Migräne
2. Migräne ohne Sehstörungen (Migräne ohne Aura) = Gewöhnliche Migräne
*Photophobie (FS)= Lichtempfindung
- Migräne ohne Aura (70-90%)
- Migräne mit Aura-Phänomenen (10-30%).
25.6 Anamnese
Seit wann haben Sie die Schmerzen?
S: - Könnten Sie mir bitte Sagen, wo die Schmerzen genau sind?
• Haben Sie einseitige oder beidseitige Kopfschmerzen?
O:
• Haben Sie die Schmerzen plötzlich oder langsam begonnen?
C:
• Könnten Sie bitte die Schmerzen genauer beschreiben? Sind sie pochend, dumpf, stechend, pulsierend oder brennend?
• Sind die Schmerzen dauerhaft da, oder gehen sie auch wieder weg?
R:
• Strahlen die Schmerzen in ein anderes Körperteil aus?
A: Hirnhaut Entzündung
• Sind Ihnen Nackensteifigkeit, Lichtscheu, Lärmscheu oder Fieber aufgefallen?
• Haben Sie Rückenschmerzen?
• Hatten Sie in letzter Zeit Kontakt zu infizierten Personen?
1) Migräne oder Masse
• Ist Ihnen Übel? Haben Sie erbrochen?
• Haben Sie dabei halbseitige Sehstörungen (Z.B einen Teil des Umfelds, den Sie nicht sehen können oder Flimmern vor den Augen)?
• Haben Sie Sprachstörungen?
• Haben Sie Hörstörungen? (Hörverlust oder Ohrenklingen)?
• Haben Sie irgendwo Schwäche, Lähmung, Taubheitsgefühl oder Kribbeln?
• Treten während der Kopfschmerzen Sehstörungen oder neurologische Störungen wie Lähmungen oder Sensibilität Störungen auf?
• Haben Sie Durchfall?
• Leuchten bei Ihnen eine bläue-Gelb Lichtblitze (wie ein Feuerwerk), wenn Sie Ihre Augen schließen?
• Haben Sie Bemerkt, dass ein Teil Ihres Gesichtes röter als gewöhnlich ist?
• Hat sich Ihr Gang in letzter Zeit verändert? Z.B Gangunsicherheit?
• Haben Sie verkrampft?
2) Clusterkopfschmerzen
• Haben Sie Augenrötung oder Augentränen?
• Haben Sie Verstopfung Ihrer Nase oder Nasenlaufen?
• Haben Sie vermehrte Schwitzen im Bereich von Stirn und Gesicht?
• Haben Sie Schwellung Ihrer Augenlider bemerkt?
3) Idiopathische Intrakranielle Hypertension
• Ist Ihnen Schwindelig?
4) Erkältung oder Grippe
• Sind Sie erkältet?
• Haben Sie Husten?
• Haben Sie Halsschmerzen?
5) Flüssigkeit Mangel:
• wie viel Wasser trinken Sie pro Tag?
6) Schlafmangel:
• Schlafen Sie gut?
• Haben Sie Konzentrationsschwäche?
7) Phäochromozytom:
• Haben Sie Schweißausbrüche und Herzklopfen bemerkt?
8) Zahnkaries:
• Haben Sie Zahnschmerzen?
9) Unfall
• Hatten Sie einen Unfall?
10) Hypophysenadenom:
Sexuelle Gesundheit ist für unser Wohlbefinden sehr wichtig, deswegen frage ich meine Patienten immer danach, wenn Sie damit einverstanden sind, würde ich Ihnen ein paar Fragen stellen:
- Haben Sie Libidoverlust?
• Haben Sie Schwierigkeit beim Geschlechtsverkehr?
• Für Männer: Haben Sie Probleme zur Erektion zu kommen?
T:
• Wie hat sich die Schmerzen im Laufe der Zeit verändert? Haben sie verbessert oder verschlechtert? Wie lange dauern die Kopfschmerzen an und wie oft treten sie am Tag auf?
- Wann treten die Schmerzen auf, Tagsüber oder in der Nacht?
- Wann treten die Schmerzen auf, bei Belastung oder in Ruhe?
E: - Gibt es bestimmte Auslöser für die Schmerzen?
• Gibt es etwas, dass die Schmerzen lindert oder verstärkt?
• Sind die Schmerzen anhängig davon, ob Sie setzen, liegen oder stehen?
• Haben Sie bemerkt, dass Husten zur Verschlimmerung Ihrer Schmerzen führt? - Haben Sie bemerkt, dass die Aufnahme vom bestimmten Lebensmittel zu dem Schmerzen
führt? - Essen Sie viel Käse oder Schokolade? /Schlafen Sie regelmäßig?
• Haben Sie Schmerztabletten eingenommen? Hat das Ihnen geholfen?
S:
• wie stark sind die Schmerzen von Skala von 1 bis 10, wobei 1 sehr leichten und 10 sehr stärken Schmerzen entspricht?
• Haben Sie wegen der Schmerzen vom Schlafen aufgewacht?
25.7 Der Fall
Tom Selzer (Sälzer) Alter: 45 LJ-Gewicht: 92 KG Größe: 1.85 m Beruf: Koch Hausarzt: Dr. Kurzer
Tom Selzer befand sich im depressiven Allgemeinzustand und normalgewichtigen
Ernährungszustand.
Der Patient war zu Ort, Zeit, Person und Situation voll orientiert.
Herr Selzer stellte sich mit seit 2 Jahren persistenten stechenden rechtsseitigen Kopfschmerzen, die (sich) in letzter Zeit verschlimmert sind (haben) vor. Diese Schmerzen haben keinen Auslöser und seien als 8/10 stark in der numerische Rating Skala beschreiben.
Des Weiteren klagte der Patient über Rhinitis und NSAR-Konjunktivitis. Gegen die Schmerzen habe der Patient eingenommen aber das hat nichts gebracht (aber ohne merkliche Schmerzlinderung)
Bis auf Schlafstörungen wegen der Beschwerde sei die vegetative Anamnese unauffällig.
Der Patient leide an Depression und Panikattacken seit 8 Monaten.
Es wurde bei ihm bisher keine OP durchgeführt.
Medikamentengeschichte:
Certalin 150 mg morgens;
Quetiapin 50 mg morgens;
Taxis 25 mg v.B.
Penicillin Allergie sei bekannt.
Die Mutter des Patienten litt an Depression und sei an den Folgen eines Melanoms gestorben. Der Vater des Patienten sei an den Folgen eines Pankreaskarzinoms gestorben.
Der Patient rauche 5 Zigaretten pro Tag seit 10 Jahren; Die Fragen nach Alkoholkonsum und Drogenabusus wurden verneint.
Die Anamnese deutet auf Hemikranie (Migräne) mit Aura hin. Zu den Differentialdiagnosen gehören: - Großhirnkrebs - Kleinhirnkrebs - Apoplex - Epilepsie* Bei Verdacht auf Hemikranie wurde der Patient stationär aufgenommen. Körperliche Untersuchung wurde durchgeführt. Blut wurde abgenommen (BB, BSG, PCR, Leberwerte, Nierenwerte, Glukose).
CT mit und ohne KM wurde geplant. Das neurologische Konzil zur Mitbeurteilung und Optimierung der Therapie wurde angemeldet. Psychologische Unterstützung wurde empfohlen. Falls die Diagnose bestätigt werden sollte/ wird, wurden NSAR mit Gastroprotectoren
verschrieben