COPD

20.1 Definition

  • Als COPD bezeichnet man eine chronische Erkrankung der Atemwege, die mit einer obstruktiven Ventilationsstörung einhergeht
  • COPD beinhaltet die Kombination aus chronisch-obstruktiver-Bronchitis und Lungenemphysem.
  • Laut WHO liegt eine chronisch-obstruktive Bronchitis vor, wenn Husten & Auswurf mindestens 3 Monaten in 2 aufeinander folgenden Jahren bestehen.
  • Unter dem Begriff Lungenemphysem versteht man eine irreversible Zerstörung des Lungengewebes.

20.2 Ätiologie
• Exogene: Zigarettenrauchen & Luft Verschmutzung – Berufliche Exposition – chronisch rezidivierende Atemwegsinfekte.
• Genetische Desposition: Alpha-1-Antitrypsin-Mangel.

20.3 Symptome
I-Typische COPD-Symptome:

  • Atemnot, zunächst nur bei Belastung, im weiteren Verlauf auch in Ruhe.
    Husten, der im Laufe der Zeit immer schlimmer wird.
    • Auswurf, der immer zäher wird und schwieriger abzuhusten ist.
    • Blaue Lippen oder Finger sind Anzeichen einer Zyanose, also einer verminderten Sauerstoffversorgung infolge der sich verschlechternden Lungenkapazität.
    II- Exazerbation
    1- Zeichnen einer Verschlechterung der COPD-Symptome sind:
  • Zunahme der Atemnot
    • Zunahme des Hustens
    • Zunahme des Auswurfs
    • Farbänderung des Auswurfs (Gelb-grüner Auswurf ist ein Zeichen eines bakteriellen? Infektion) Fieber mit Müdigkeit.
    • Brustenge.

2- Zeichen einer schweren Exazerbation:
Atemnot in Ruhe
• Verminderte Sauerstoffsättigung (SaO2) in der Lunge (zentrale Zyanose)
• Einsatz der Atemhilfsmuskulatur
• Bein Ödem
• Bewusstseinseintrübung bis Koma

20.4 COPD-Type
Pink Puffer "rosa Keuscher"

  • Das Lungenemphysem steht im Vordergrund.
    • Der Betroffener verbraucht daher extrem viel Energie.
    • Der typische „Pink Puffer“ ist deshalb untergewichtig.
    • Die Sauerstoffwerte im Blut sind nicht? vermindert.
    • Die häufigste Todesursache ist ein Versagen der Atmung.

Blue Bloater/ blaue Huster/ Bronchitis-Typ
• Die COPD steht im Vordergrund.
• Er ist meist übergewichtig und zyanotisch
• Die Lippen und Nägel sind aufgrund von Sauerstoffmangel bläulich verfärbt.
• Ein erhöhtes Risiko für eine Rechtsherzschwäche.

20.5 Diagnose

  • 1-Anamnese & körperliche Untersuchung
    • 2-Spirometrie: obstruktive Ventilationsstörung:

o erhöhte Totalkapazität? erhöhtes Residualvolumen
o reduzierte 1-Sekunden-Kapazität (FEV1 Tiffenau-Index) in der Spirometrie
o verminderte Kohlenmonoxid-Diffusionskapazität (DLCO)

  • 3-BGA (Blutgasanalyse)
    o zur Erfassung einer respiratorischen Insuffizienz
    o Bei schwerer Bronchialobstruktion finden sich häufig eine arterielle Hypoxämie

(Pa02< 72mmHg) und Hyperkapnie (PaCO2 > 45 mmHg), bei akuter Verschlechterung oder fehlender Kompensationsmöglichkeit auch respiratorische Azidose

  • 4-Alpha-1-Antitrypsin
    o Vor allem bei Patienten unter 45 Jahren mit zusätzlichem Lungenemphysem wird

gezielt nach einem Alpha-1-Antitrypsin-Mangel gesucht
• 5-EKG und Echo:

o Auskunft über die Herzfunktion.
o Es kann Hinweise auf einen erhöhten Lungendruck (pulmonale Hypertonie) und

damit eine Rechtherzbelastung geben.
• 6-Röntgen-Thorax und CT:

o Sie lassen sich etwa Lungenentzündung, Lungenstauung, Pneumothorax und
Tumoren erkennen.

o (Überblähung der Lungen mit tief stehendem Zwerchfell) ---Lungenemphysem

20.6 Differentialdiagnosen
Als wichtige Differenzialdiagnosen für eine Atemwegsobstruktion müssen die folgende
berücksichtigt werden:

  • Asthma bronchiale
    • Zystische Fibrose
    • Bronchiektasien
    • Sarkoidose
    Bronchialkarzinom
    • Tb

20.7 Therapie
• 1-Rauchen Aufhören
• 2-Impfungen: Für COPD-Patienten werden folgende Schutzimpfungen empfohlen:

o Grippeimpfung (Influenza)
o Pneumokokken Schutzimpfung

  • 3-Medikamentöse Therapie:
    o Inhalative Glukokortikoide
    o Bronchodilatatoren
    o Anticholinergika (Ipratropium)
    o Beta-2-Sympathomimetika: Salbutamol
    o Theophyllin: Es sollte nur als dritte Wahl bei der COPD-Therapie eingesetzt

werden
o Schleimlösende Medikamente (Expektorantien/Mukolytika)

  • 4-Operative Therapie:
    o Bullektomie
    o Lungenvolumenreduktion
    o Lungentransplantation
  • 5-Behandlung akuter Exazerbationen:
    o Bronchodilatatoren
    o Systemische Glukokortikoid Therapie
    o Antibiotika? Sauerstoffgabe oder Beatmung

20.8 Anamnese
Husten und Auswurf:

 Haben Sie Husten?
 Seit wann haben Sie Husten?
 Hat der Husten Plötzlich oder langsam begonnen?
 Könnten Sie mir bitte den Husten genauer beschreiben? Ist er trocken, oder haben Sie auch Auswurf bemerkt?
 Was ist die Farbe des Auswurfes? gelblich, grünlich, transparent?
 Was ist die Konsistenz des Auswurfes? dünn\ dickflüssig, oder eitrig?
 Haben Sie Blut im Auswurf bemerkt?
 Wann tritt der Husten auf, tagsüber oder in der Nacht?
 Wann tritt der Husten auf, bei Belastung oder in Ruhe?
 Hat sich der Husten in Intensität verändert?
 Haben Sie Hustensaft eingenommen? Hat das Ihnen geholfen
 Leiden Sie unter Hustenattacken?
 Haben Sie Fieber oder Schüttelfrost?
 Haben Sie brustschmerzen/Kopfschmerzen/Ohren?
 Haben Sie Atembeschwerden?
 Reagieren Sie allergisch auf Tierhaare, Pollen oder etwas anders?
 Sind bei Ihnen geschwollene Beine, Brustschmerzen gefallen?
 Haben Sie noch weitere Beschwerden?
 Haben Sie die gleichen Beschwerden früher gehabt?


Fieber mit produktivem Husten
S: -
O: - Seit wann haben Sie die Beschwerden?
C: (für den Husten und Auswurf)

 Könnten Sie bitte mir den Husten genauer beschreiben? Ist er trocken, oder haben Sie auch
Auswurf bemerkt?
 Was ist die Farbe des Auswurfes? Blutig, gelblich, grünlich, transparent?
 Was ist die Konsistenz des Auswurfes? dünn\ dickflüssig, oder eitrig?
 Haben Sie Blut im Auswurf bemerkt?

A: hier fragen wir über 4 hauptsächliche Erkrankungen (Pneumonie, TB, Legionelose und
Pneumocystis jiveroci) und über die Erkrankungen, die zur Pneumonie führen).
Pneumonie und Pneumocystis jivoreci

 Haben Sie Fieber? Wie hoch war es?
 Haben Sie Probleme, Luft zu bekommen? Wann tritt die Luftnot auf, bei Belastung oder in Ruhe.
 Haben Sie Schmerzen beim Atmen? Treten die Schmerzen bei Ein oder Ausatmen?
 Haben Sie geschwollene Beine in letzter Zeit bemerkt?
* Risikofaktoren von Pneumonie:
*Bakterielle Mandelentzündung oder Grippe:

 Haben Sie Halsschmerzen?
 Hatten Sie in letzter Zeit Gelenk oder Gliederschmerzen?

*GI

 Haben Sie Schmerzen beim Schlucken?
 Haben Sie saures Aufstoßen bemerkt?
 Haben Sie erbrochen?

*Streptokokken Infektion, die auch Meningitis auslösen kann:

 Haben Sie schmerzhafte Lichtempfindlichkeit (Lichtscheu)
 Haben Sie Neckensteife bemerkt?

*Herpes oder Varizelle (Pneumonie ist eine Komplikation dafür)

 Hatten Sie in letzter Zeit einen Hautausschlag?

*Lungenkrebs (kann Pneumonie auslösen)

 Hat sich Ihr Gewicht in letzter Zeit merklich verändert?
 Passt Ihnen alten Kleider noch? Oder sind Sie inzwischen so groß oder so klein?
 Hat sich Ihr Appetit in letzter Zeit merklich verändert?
 Sind Sie heiser?

Legionelle:

 Haben Sie Kopf oder Bauchschmerzen?
 Hat sich Ihr Stuhlgang in letzter Zeit merklich verändert?
 Haben Sie verkrampft? (treten bei der Hyponatriämie)

TB:

 Haben Sie Nachtschweiß bemerkt?
 Haben Sie Blut im Auswurf bemerkt?
 Haben Sie Vergrößerungen Ihrer Lymphknoten bemerkt? Bei welchem Bereich?

T:

 Tritt der Husten zur bestimmten Tageszeit? Nachts, morgens oder Tagsüber?
 Wie hat sich Ihr Beschwerden im Verlauf verändert? Haben Sie sich verbessert oder verschlechtert?

E:

 Gibt es bestimmte Auslöser für die Beschwerden?
 Gibt es etwas, dass der Husten lindert oder verstärkt?

Dyspnoe:

 Seit wann haben sie die Luftnot?
 Hat die Atemnot plötzlich oder langsam begonnen?
 Gab es einen bestimmten Auslöser?
 Wobei besteht die Atemnot: beim Einatmen? /Ausatmen?
 Ist die Atemnot hustenabhängig?
 Tritt die Atemnot nur bei Belastung oder auch in Ruhe auf? (Belastungsdyspnoe)
 Wie Viele Stufen (Treppen) können Sie steigen, ohne Luftnot zu bekommen?
 Müssen Sie beim Treppensteigen stehen bleiben und Pausen machen?
 Wie viele Kissen benutzen Sie zum Schlafen? (Orthopnoe)
 Könnten Sie flach liegen, ohne Luftnot zu bekommen? (Orthopnoe)
 Müssen Sie nachts aufwachen, weil Sie Keine Luft bekommen? (paroxysmale nächtliche Dyspnoe).
 Haben Sie weitere Symptome wie Schluckbeschwerden, Sodbrennen, Abgeschlagenheit, Gelenkschmerzen?
 Tritt dann auch ein Engegefühl in der Brust auf?
 Hatten Sie in der letzten Zeit einen Infekt der Atemwege?
 Haben Sie Wadenschmerzen? (Lungenembolie)
 Wird in Ihrer Umgebung geraucht?
 Leben Sie in der Stadt oder auf dem Land?
 Nehmen Sie Verhütungspillen ein?
 Haben Sie noch weitere Beschwerden?
 Haben Sie die gleichen Beschwerden früher gehabt?


20.9 Der Fall
Patientenname: Hannilore Kaiser
Geburtsdatum: 23.01.1966
Alter: 56J Gewicht: 67 kg Größe: 1,72m
Beruf: Kneiper (barkeeper / barman)
Familienstand: geschieden
Kinder: 2, gesund und 1 Enkel, gesund
Aktuelle Anamnese:
Frau Kaiser ist eine 56-jährige Patientin, die sich bei uns aufgrund seit einer Woche bestehender,
progedienter Tussis und Dyspnoe vorgestellt hat.
Sie berichtete, dass sie vor 3 Monaten eine Erkältung und Dyspnoe gelitten habe.
Darüber hinaus fügte sie hinzu, dass die Tussis und Dyspnoe sich seit einer Woche verschlimmern
würden.
Sie klagte über eine Insomnie wegen der Tussis.
Sie sagte, dass es gelbliches Sputum (Auswurf) bei den Tussis gebe.
VE: keine Vorerkrangkungen
Tonsillektomie und Appendektomie als Kindheit (komplikationslos)
Impfstatus in der Kindheit sei unklar
sei 3-mal gegen Covid-19 geimpft
Familienanamnese:

 der Vater sei an Myokardinfarkt gestorben (78Lj)
 die Mutter leide an Alzheimer,
 wohne in Pflegeheim

Vegetative Anamnese:

 Temperatur: sei nicht gemessen
 Schlaf: Insomnie seit einer Woche
 Appetit: Inappetenz seit mehreren Wochen
 Stuhlgang: kein Problem
 Miktion: kein Problem

Psyche: habe Angst wegen der Dyspnoe
Medikamente:
Mucosolvan (Hustensaft) 20-30 Tropfen
Schlaftabletten, 1 Tablet bei Bedarf
Genussmittel/Drogen:
Nikotinkonsum: früher 3 Packungen/Tag mehr als 30 Jahren, seit 3-4 Wochen 1,5 Schachtel
täglich
Alkoholkonsum: Schnaps, 5-6 Gläsern täglich
Drogenkonsum: keinen
treibe keinen Sport
Allergien/Unverträglichkeiten:
Nickel Allergie (Exanthem, Pruritus)
Haarfärbemittel (Exanthem, Pruritus)
Verdachtsdiagnose: COPD (?)
Differentialdiagnosen:
Lungenkarzinom,
Pneumonie
Weiter Vorgehen:

 Antitussiva
 Antibiotika

Mit Patientin besprochene Untersuchungen:

 Röntgen-Thorax
 Ct scan- Thorax

Arzt Gespräch:
Was ist COPD?

 Als COPD bezeichnet man eine chronische Erkrankung der Atemwege, die mit einer
obstruktiven Ventilationsstörung einhergeht

 COPD beinhaltet die Kombination aus chronisch-obstruktiver-Bronchitis und
Lungenemphysem.

 Laut WHO liegt eine chronisch-obstruktive Bronchitis vor, wenn Husten & Auswurf
mindestens 3 Monaten in 2 aufeinander folgenden Jahren bestehen.

 Unter dem Begriff Lungenemphysem versteht man eine irreversible Zerstörung des
Lungengewebes

Therapie COPD?
1-Rauchen Aufhören
2-Impfungen: Für COPD-Patienten werden folgende Schutzimpfungen empfohlen:
Grippeimpfung (Influenza)
Pneumokokken Schutzimpfung
3-Medikamentöse Therapie:
Inhalative Glukokortikoide
Bronchodilatatoren
Anticholinergika (Ipratropium)
Beta-2-Sympathomimetika: Salbutamol
Theophyllin: Es sollte nur als dritte Wahl bei der COPD-Therapie eingesetzt werden
Schleimlösende Medikamente (Expektorantien/Mukolytika)
4-Operative Therapie:
Bullektomie
Lungenvolumenreduktion
Lungentransplantation
Die weiteren Untersuchungen für COPD?
1-Anamnese & körperliche Untersuchung
2-Spirometrie: obstruktive Ventilationsstörung:
erhöhte Totalkapazität? erhöhtes Residualvolumen reduzierte 1-Sekunden-Kapazität (FEV1 Tiffenau-Index) in der Spirometrie verminderte Kohlenmonoxid-Diffusionskapazität (DLCO) 3-BGA (Blutgasanalyse) zur Erfassung einer respiratorischen Insuffizienz
Bei schwerer Bronchialobstruktion finden sich häufig eine arterielle Hypoxämie (Pa02<72 mmHg) und Hyperkapnie (PaCO2 > 45 mmHg), bei akuter Verschlechterung oder fehlender Kompensationsmöglichkeit auch respiratorische Azidose
4-Alpha-1-Antitrypsin
Vor allem bei Patienten unter 45 Jahren mit zusätzlichem Lungenemphysem wird gezielt nach einem Alpha-1-Antitrypsin-Mangel gesucht
5-EKG und Echo:
Auskunft über die Herzfunktion.
Es kann Hinweise auf einen erhöhten Lungendruck (pulmonale Hypertonie) und damit eine
Rechtherzbelastung geben.
6-Röntgen-Thorax und CT:
Sie lassen sich etwa Lungenentzündung, Lungenstauung, Pneumothorax und Tumoren erkennen. (Überblähung der Lungen mit tief stehendem Zwerchfell) ---Lungenemphysem
Weitere Untersuchungen für Lungenkarzinom?
1- Lokalisation und Staging des Primärtumors
Röntgenthorax:
Damit wir sehen, ob es etwas Auffälliges gibt oder nicht wie: Lymphknoten vergrößung im Hilum
dann nehmen wir dem Patienten einen
CT des Thorax (mit Kontrastmittel) und des Abdomens:
zur Bestimmung der Tumorausdehnung und Suche nach Metastasen +++++Bronchoskopie mit Bronchiallavage und Biopsie: histologische Unterschung von Gewebeproben (aus Bronchoskopie mit Biopsie) (zur pathologischen Untersuchung des, gewonnen Gewebes), alternativ Ultraschall- oder CT-gesteuerte transthorakale Punktion Mediastinoskopie, VATS ggf. Thorakotomie Labor:
Blutbild, Leberwerte, Elektrolyte etc. Tumormarker zur Verlaufskontrolle und Nachsorge (nicht Früherkennung): NSE (kleinzelliges Bronchial-CA (SCLC) & CEA (Adenokarzinom) Blutgasanalyse Lungenfunktionstests, und Echokardiografie
3- weitere Tumordiagnostik zytologische Untersuchung des Sputums (Nachweis von Tumorzellen)
Ausschluss von Metastasen
Sonographie des Abdomens
MRT oder CT des Schädels (CMRT oder CCT)

Lungenszintigraphie und Skelettszintigraphie bzw. PET-CT
Wie können wir eine Lungenkarzinomtherapie planen?
TNM Staging
Pluridisziplinäre Betreuung
Was ist die besondere Untersuchung, um Lungenkarzinom auszuschließen?
Bronchoskopie ++++

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