Blinddarmentzündung (Appendizitis)

13.1 Definition
Bei der Appendizitis (ICD-10-GM K35.-: Akute Appendizitis) handelt es sich um die Entzündung des Wurmfortsatzes (Appendix vermiformis) des Blinddarms. Sie wird umgangssprachlich auch als Blinddarmentzündung bezeichnet, was allerdings medizinisch nicht korrekt ist. Eine "echte "Entzündung des Blinddarms nennt man Typhlitis.
Die Appendicitis ist die häufigste Ursache eines akuten Abdomens, das einen lebensbedrohlichen Zustand darstellt. Sie macht im Regelfall einen notfallmäßigen operativen Eingriff erforderlich.

13.2 Ursachen
Eine Appendizitis wird in etwa der Hälfte der Fälle durch eine Obstruktion (lat. obstructio, Verschließung) des Lumens Durchmesser bzw. das Innere eines Hohlraums des Blinddarm-Fortsatzes verursacht. In anderen Fällen liegt die Ursache in einer Ulzeration (Geschwürbildung) der Schleimhaut des Appendix.

  • Infektion mit Yersinien (Bakterienart)
    • Lymphknotenvergrößerung durch virale oder bakterielle Entzündungen wie beispielsweise bei Masern
    • Wurmerkrankungen
    • Tumoren der Appendix
    • Barium – Kontrastmittel, welches für Röntgenaufnahmen des Magen-Darm-Traktes verwendet wird

13.3 Symptome
• Schmerzen, die meist im Bereich des rechten Unterbauchs auftreten
• Anorexie (Appetitlosigkeit)
• Nausea (Übelkeit)/Erbrechen
• Stuhldrang
• Stuhlverhalt (in fortgeschrittenen Stadien ein paralytischer Ileus/Darmlähmung)
• Meteorismus (Blähungen)
• Leichte bis mäßige Temperaturerhöhung (38-39 °C; dabei besteht eine Temperaturdifferenz zwischen rektaler ("im After") und axillärer ("unter der Achselhöhle") Messung von ca. 1 °C)
• Abwehrspannung (eine unwillkürliche Anspannung der Bauchmuskulatur, die bei der
• Palpation des Abdomens auftritt.)

Nebensymptome
• Dysurie – Schmerzen beim Wasserlassen
• Polyurie – vermehrtes Wasserlassen
• Tachykardie – zu schneller Herzschlag: > 100 Schläge pro Minute
• Trockene Zunge

13.4 Diagnose
• 1 Anamnese:

o In der Anamnese müssen die Schmerzen Charakteristiken erfragt werden.
• 2 Körperliche Untersuchung:

o Messung der Vitalzeichen: Fieber (Fiebermessung (axillär-rektaler
Temperaturunterschied > 1 Grad)

o Mcburney Zeichen: (Loslassschmerzen im Bereich zwischen dem äußeren und
mittleren Drittel der Verbindungslinie zwischen dem Bauchnabel und rechten
Darmbeinstachel (Spina iliaca anterior superior))

o Auskultation: Wenig Darmstimme wegen Darmlähmung (Ileus).
• 3 Labor Untersuchung:

o CRP- BSG- B.B Leukozytose
o Urin Untersuchung: Um die Nierenentzündung auszuschließen?

  • 4 Abdomen Sonographie:
    o Verdickte Appendix > 6mm.
  • 5 Ggf. CT-Abdomen:
    o bei unklaren Befunden. Katarrhalische Appendizitis.

13.5 Differentialdiagnosen
• Akute Cholezystitis (Gallenblasenentzündung)
• Colitis indeterminata − Erkrankung, die eine Kombination von Colitis ulcerosa und Morbus Crohn darstellt
• Diversionscolitis − nach operativer Stilllegung von Darmabschnitten auftretende Erkrankung
Divertikulitis − Entzündung von Divertikeln, das sind Ausstülpungen von Schleimhaut durch Muskellücken in der Darmwand
• Ileus (Darmverschluss)
• Infektiöse Colitis − Darmentzündung durch Bakterien, Viren oder Parasiten wie beispielsweise Salmonellen, Yersinien etc.
• Ischämische Colitis − Darmentzündung durch ungenügende Versorgung des Darms mit Nährstoffen und Sauerstoff
• Magen-/Darmulzerationen (Geschwüre)
• Meckel-Divertikulitis – Entzündung einer Aussackung im Bereich des Dünndarms, die entwicklungsgeschichtlichen Überbleibsel darstellt
• Mesenterial Infarkt – Verschluss von Gefäßen, die einen Teil des Darms versorgen
• Mikroskopische Kolitis oder mikroskopische Colitis
• Morbus Crohn − chronisch-entzündliche Darmerkrankung (CED
• Morbus Whipple − recht seltene Erkrankung des Dünndarms, verursacht durch das Bakterium Tropheryma whipplei aus der Gruppe der Aktinomyzeten
• Nahrungsmittelallergie
• Rektumulkus (Mastdarmgeschwür)
• Reizdarmsyndrom (Colon irritable)
• Strahlencolitis − Erkrankung, die nach Bestrahlungen, vor allem im Rahmen einer Krebstherapie, auftreten kann
• Stielgedrehte Ovarialzyste – wassergefüllter Tumor im Bereich des Eierstocks, dessen versorgende Gefäße abgeklemmt wurden
• Akute Pankreatitis (Bauchspeicheldrüsenentzündung)
• Gallenkolik, durch meist Gallensteine (Cholezystolithiasis) ausgelöst
• Aortenaneurysma – Bildung einer Wandaussackung in der Hauptschlagader, die rupturieren (platzen) kann
• Lungenembolie – durch einen akuten Verschluss von Lungengefäßen auftretender Lungeninfarkt
• Myokardinfarkt (Herzinfarkt)

13.6 Therapie
1- Stationäre Aufnahme
2- Nahrung Karenz
3- Infusion Therapie
4- Darmentleerung
5- Kein Analgetikum solange die Diagnose nicht gesichert ist
6- Bei Positiven Befunden d.h (Appendizitis) Laparoskopische Operation (Appendektomie)
7- Bei Perforation der Appendix oder Peritonitis sollten eine offene Operation durchgeführt wird.

13.7 Appendektomie
1. Es gibt zwei Wahlen:

  1. a) Offen Operation: Es wird nicht mehr benutzt
    b) Laparoskopische
  2. Um diese Operation zu machen, müssen Sie 8 Stunde vor der Untersuchung nüchtern /fastend
    sein.
    3. Um diese Operation durchzuführen, bekommen Sie Vollnarkose zu schlafen.
    4. Dann sollen wir die Stelle der OP desinfizieren.
    5. Dann sollen wir eine Hautschnitt an der Stelle des Nabelrand machen.
    6. Dadurch können wir ein Optische Instrumente einführen.
    7. Dann machen wir zwei weitere schnitte, dadurch sollen wir Operation Instrumente einführen.
    8. Der Blinddarm wird Lokalisiert.
    9. Durch klammergerät (Stapler) entfernt er.
    10.ggf. wird ein Abflussrohr angelegt, um die Wundflüssigkeit + Nachblutung abzufließen und kontrollieren.
    11. Danach wird die Wunde genäht.
    12.Es dauert ca. 1 stunde.
    13.Wenn alles gut läuft, dann bleiben Sie bei uns 3-5 Tage im Krankenhaus zur Beobachtung.
    *Theokratisch könnten ein paar Komplikationen auftreten aber das ist selten & unser Team hat
    große Erfahrung damit:

1- Infektion
2- Allergie
3- Blutung
4- Verletzung der Wand des Verdauungstrakts

Wenn Sie einverstanden sind, müssen Sie eine Einverständniserklärung unterschreiben.

13.8 Anamnese
Familienanamnese

  • Wie ist der allgemeine Gesundheitszustand Ihrer Angehörigen?

Soziale Anamnese

  • Gibt es Hinweise auf psychosoziale Belastungen oder Belastungen auf Grund Ihrer familiären Situation?

Aktuelle Anamnese/Systemanamnese (somatische und psychische Beschwerden)
• Haben Sie Bauchschmerzen? Sind diese Schmerzen eher wehenartig oder diffus?
• Wie stark sind die Schmerzen?
• Wo sind die Schmerzen lokalisiert?
• Seit wann haben Sie die Schmerzen?
• Treten die beschriebenen Symptome in Intervallen auf?
• Leiden Sie unter Übelkeit und Erbrechen?
• Treten diese Beschwerden im Zusammenhang mit der Nahrungsaufnahme auf?
• Haben Sie Veränderungen im Stuhlverhalten bemerkt?
• Haben Sie Schmerzen beim Wasserlassen und/oder häufigen Harndrang bemerkt?

Vegetative Anamnese inkl. Ernährungsanamnese
• Hat sich Ihr Appetit verändert?
• Haben Sie in der letzten Zeit ungewollt Gewicht verloren?
• Rauchen Sie? Wenn ja, wie viele Zigaretten, Zigarren oder Pfeifen pro Tag?
• Trinken Sie Alkohol? Wenn ja, welches Getränk bzw. welche Getränke und wie viele

Gläser pro Tag?
• Nehmen Sie Drogen? Wenn ja, welche Drogen und wie häufig pro Tag bzw. pro Woche?

Eigenanamnese inkl. Medikamentenanamnese
• Vorerkrankungen
• Operationen
• Allergien
• Schwangerschaften
• Medikamentenanamnese

13.9 Der Fall
Herr Friedel Rossman ist ein 76-jähriger Patient, der sich bei uns wegen seit gestern Morgen bestehender, plötzlich aufgetretener, dampfender-druckender mittler Oberbauch Schmerzen vorgestellt hat.
Laut des Patienten strahlen die Schmerzen in rechten Unterbauch aus.

Er berichtet, dass die Schmerzen im Verlauf der Zeit schlimmer geworden seien.
Darüber hinaus gibt er an, dass die Schmerzen bei der Belastung und beim Auftreten auf dem rechten Bein schlimmer geworden seien.
Er fügt hinzu, dass er keine Medikamente gegen die Schmerzen eingenommen habe.
Die Fragen nach Pruritus und Ikterus wurden verneint.
Des Weiteren klagt er über Pyrexie (38.5 gestern Morgen) Nausea, Emesis (2-mal Essenraste)

VA: Die Vegetative Anamnese ist unauffällig bis auf: Pyrexie- Schmerzbedingt Insomnie- akut
Opstipation (in der letzten 2-3 Tagen)

VE:

 Arterielle Hypertonie (seit 25 Jahren)
BPH (seit 2 Jahren)
 Hyperthyreose, die wurde mit Strahlung und operativ behandelt (Goiter)
Diskusprolaps LWS seit 10 Jahren, die wurde konservativ behandelt (Krankengymnastik)
 Leisten Hernie als Kind, die wurde operativ behandelt

Allergien:

 Doxycyclin (Exanthem)
 Lactose Intoleranz (Meteorismus, Diarrhö)

Noxen:
 R: unauffällig
 A: 2 bis 3 Glas weine am Wochenende
 D: unauffällig

Familie Anamnese
 Vater habe an DM gelitten und sei an MI ik Alter von 78 verstorben
 Mutter sei an Apoplexie im Alter von 76 verstorben
 Impfstatus; vollständig geimpft

SA:
Beruf: Rentner (früher Optiker)
Geschieden
3 Sohne (1 davon von Sauerstoff verminderung als geboren gelitten habe aber jetzt geht es gut.
VD: Appendizitis

DD:
 Cholezystitis
Gastroenteritis
Kolonkarzinom
 Ileus
 Volvulus
 Morbus Crohn?

Diagnostischen Maßnahmen
 Körperliche Untersuchung: Mcburney und Murphie (ich habe allein beides erklärt)
 Vitalparametern
 Labor:

Blutbild: Entzündung Parametern CRP - Leukozyt Anzahl
Lebers Parametern

 EKG
 Abdominal Sonographie
 Ggf CT abdominal

Therapeutische Maßnahmen
 Stationär Aufnahme
 Nahrungskarenz
 i.v Volumensubtitution
 Venoser zugang
 Antibiotika
 Analgetika
 Laparoscopische Appendiktomie

Fragen:
Die Prüferin hat gesagt ist Kolon Karzinom möglich?
ich habe geantwortet es ist möglich in diesem Alter aber die Beschwerden sind akut seit gestern
Sie hat gesagt aber der Alter? Möchten Sie eine Koloskopie (=darmspeigelung) anfordern
Ich habe gesagt aber wir können unser Patient fragen, ob eine Koloskopie in der letzten Zeit bei ihm durchgeführt worden. Sie hat gesagt es ist notwendig hier.

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